PMCA IMPULS REPORT / 21.06.2021 / DIE BEDEUTUNG DER STIMME IN DER AUDIO- UND VIDEOKOMMUNIKATION

PMCA IMPULS REPORT / 21.06.2021 / DIE BEDEUTUNG DER STIMME IN DER AUDIO- UND VIDEOKOMMUNIKATION

Um in Zukunft sprachlich zu überzeugen, braucht es laut Kommunikations- & Verhaltensprofilerin und Bestsellerautorin Dr. Tatjana Lackner, MBA, neue Fähigkeiten, die sich viele erst erarbeiten müssen. Beim 6. PMCA Impuls im Juni analysierte die Expertin zudem, wie sich das Kommunikationsverhalten in der COVID-19-Zeit verändert hat und welche neuen rhetorischen Skills es in Zukunft braucht, um im Beruf und Alltag erfolgreich zu sein.

Die Bedeutung und Anforderung an Stimme haben sich in den letzten Monaten merkbar gewandelt. Wie wir sie am besten im Livegespräch, aber auch in der digitalen Kommunikation gekonnt einsetzt, erklärte Dr. Tatjana Lackner, MBA, Gründerin DER SCHULE DES SPRECHENS: „Das erste, was Profisprecherinnen und -sprecher neben Atem- und Sprechtechnik bei uns in DER SCHULE DES SPRECHENS lernen, ist mit ihrer Stimme Atmosphäre zu schaffen. Es geht dabei darum, eine Sogwirkung herzustellen“, betonte die Expertin. Oftmals machen vor allem die richtige Artikulation der Vokale den entscheidenden Unterschied, ob wir eine Stimme sympathisch oder unsympathisch finden. „Erst durch die Vokale sind Menschen zuordenbar – sie sind identitätsgebend.“ Ein weiterer Aspekt ist laut Lackner auch die Stimmhöhe, die eine wesentliche Rolle spielt. „In der Stimmhöhe liegt die Freundlichkeit, in der Stimmtiefe liegt die Glaubwürdigkeit. Es braucht sowohl eine Mischung aus ergotropen – also hell und motivierendenden – Tönen, als auch aus trophotropen – beruhigenden und entspannend – Tönen, die in der Tontiefe liegen.“

Durch Struktur überzeugen

Ob Kurzstatement oder 20-minütige Präsentation, laut Tatjana Lackner dürfen neben der Stimme auch die Struktur und der roten Faden nicht fehlen. „Klar ist. Inhalt und Form müssen zusammenspielen. Die Stimme muss im Kontext zum Inhalt stehen. Wenn eine Person zum Beispiel eine nette Stimme hat, ist das schön. Aber wenn der Inhalt fehlt, reicht das nicht aus, um auf Dauer zu überzeugen. Es geht in der Stimmarbeit darum, dass Rhetorik und Ton nicht voneinander losgelöst sind“, so Lackner. Die „Pocket-Rhetorik“ ist laut Lackner eine einfache und effektvolle Methode. So kann sich jeder den Ablauf der eigenen Rede leicht merken und zum Beispiel eine Präsentation beeindruckend halten.

Der emotionale Mehrwert

Das Ende der über Jahrzehnte gepredigten „Unique Selling Propostion“ (USP) ist zwar noch nicht gekommen – die „Emotional Selling Proposition“ (ESP) wird aber zunehmend wichtiger, wenn es darum geht, Konsumenten zu überzeugen. „Lange Zeit war der USP – das wirtschaftliche Alleinstellungsmerkmal – für viele das überzeugendste Argument. Mittlerweile ist es wichtiger einen guten ESP zu haben, dieser wird besonders über die Stimme transportiert“, erklärte Lackner. „Was war die emotional treibende Kraft, dass sich jemand für ein Produkt entschieden hat? Nicht mehr der Preis entscheidet, sondern Gefühle, Stimmungen und Transparenz“, so die Kommunikationsexpertin. Es ist der emotionale Mehrwert hinter dem Produkt, den Menschen erwerben möchten. „Die Rhetorik der Zukunft verlangt also immer mehr nach sprachlichen Bildern und frischer Erlebniskommunikation“, schilderte sie.

Folgen der Corona-Pandemie

„Nach über einem Jahr im nahezu durchgehenden Lockdown, hat sich auch das Kommunikationsverhalten der Menschen auf den Kopf gestellt bzw. wird sich in Zukunft grundlegend verändern. Unzählige Videomeetings – bedingt durch die Coronapandemie – haben Rededesign ins Zentrum gerückt: Wann redet wer? Im Laufe der Pandemie haben wir begonnen kompakter und pointierter zu reden“, erklärte die professionelle Sprecherin und Top-Trainerin beim 6. PMCA Impuls. Die Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19 verändern – durch „physical distancing“ und zahlreiche neue Verhaltensregeln – den persönlichen Umgang miteinander, so Lackner. „Körpersprache, Social Codes und Rituale bekommen dadurch eine andere Bedeutung als vor der Pandemie. Die Frage, wie schaffe ich es, andere über Stimme oder Worte zu berühren, wird zunehmend wichtiger.“ Die Kommunikationsveränderung zeige sich bereits beim ersten Kontakt zu unserem Gegenüber: Händeschütteln, Wangenbussi und die kollegiale Umarmung zur Begrüßung sind aktuell tabu. „Durch den Verzicht auf unsere angelernten Kommunikationsrituale wandelt sich unser Sprachverhalten enorm“, so die Bestsellerautorin.

Unterschiede auch zwischen Generationen

Verhaltensunterschiede in der Kommunikation machen sich laut Tatjana Lackner aber nicht nur aufgrund der Coronapandemie bemerkbar, sondern sind auch unter den Generationen feststellbar. Es sei längst keine Seltenheit mehr, dass junge Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, insbesondere die sogenannte Generation Z, Hemmungen vor der telefonischen Kommunikation haben und länger brauchen, bis sie sich seelisch soweit vorbereitet haben, um zum Hörer zu greifen. „Hier tritt eine Bewertung ein und die jungen Menschen spüren das. Insbesondere die Generation Z – eine hochsensible junge Generation, die lieber textet statt zu telefonieren – merkt instinktiv, dass sie stimmlich anders bewertet wird als aufgrund einer Mail.“ Laut Lackner ist das auch ein Grund, weshalb ihnen das Telefonieren zu persönlich ist.

Über den PMCA

Seit seiner Gründung stellt der Pharma Marketing Club Austria (PMCA) eine Plattform mit dem Schwerpunkt „Marketing im Gesundheitswesen” für Agenturen, Pharmafirmen, Verlage, Dienstleister und andere medizin-orientierte Unternehmen dar. Der PMCA bezeichnet sich selbst als „Netzwerk des Wissens“ und hat es sich zum Ziel gesetzt, Entwicklungen und Trends für den Gesundheitsmarkt aufzuspüren und Impulse zu setzen, aber vor allem die einzelnen Marktteilnehmer miteinander zu vernetzen. Der Pharma Marketing Club Austria wurde 1995 gegründet.

Rückfragehinweis:
Mag. Dren Elezi, MA
PR-Consultant
Welldone Werbung und PR
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