PMCA Impuls Report / 17.05.2021 / Patient Relation Management nimmt europaweit Aufschwung

PMCA Impuls Report / 17.05.2021 / Patient Relation Management nimmt europaweit Aufschwung

Im Rahmen einer digitalen Impulsveranstaltung des Pharma Marketing Club Austria (PMCA) wurde das Zukunftsfeld “Patient Relation Management” unter die Lupe genommen. Die teilnehmenden Expertinnen und Experten orteten eine revolutionäre Entwicklung dieses Patienten-orientierten Modells im Umfeld der pharmazeutischen Industrie — und das EU-weit. Ein High-Level Austausch über neue Chancen der medizinisch-therapeutischen Zusammenarbeit.

Das Leben als erkrankter Mensch ist stets anders als die bloße Vorstellung davon. Unter diesem Blickwinkel warf der Pharma Marketing Club Austria unter Moderation von Mag. Claudia Handl, Launch Navigator COVID 19 Vaccine Pfizer, einen visionären Blick auf das Patient Relation Management.

Die Transformation vom passiven Patienten bzw. der passiven Patientin hin zum mündigen Decision-Maker ist in vollem Gange: Ziel ist es, eine langfristige Bindung zueinander aufzubauen, um so eine Win-win Situation herzustellen: Pharmazeutische Unternehmen profitieren vom wertvollen Wissen ihrer Zielgruppe, um Therapien und Arzneimittel gezielter in die klinische Forschung zu implementieren. Die Patientinnen und Patienten, die als Experten in eigener Sache wahrgenommen werden, tragen mit ihrem Know-how dazu bei, Therapieerfolge und damit Lebensqualität zu erhöhen.

Brücken schlagen

Doch was zeichnet erfolgreiches Patient Relation Management aus? Was braucht es, um Interaktionen auf Augenhöhe herzustellen?

Der Mediziner Dr. Jens Lipinski, Patient Relations bei Bayer in Deutschland, versteht sich als Brückenbauer zwischen Patientinnen und Patienten und pharmazeutischen Unternehmen und verfügt über langjährige Erfahrungen auf beiden Seiten. Durch das offene und transparente Zusammenwirken dieser beiden Welten könne essenzieller Mehrwert im Sinne der erkrankten Menschen entstehen. “Die Patient Journey und die Entscheidung, ein Arzneimittel dauerhaft zu nehmen, wird heute zu mindestens 50% von den Patientinnen und Patienten definiert. Wir haben das noch zu wenig am Schirm. Wir brauchen einen ganzheitlichen Blick auf die erkrankten Menschen, die mehr sind als nur Patienten”, zeigte sich Lipinski überzeugt. Lipinski zufolge sei der größte Fehler, eine Interaktion mit Patientinnen und Patienten nur zu beginnen, um eigene Meinungen bestätigt zu bekommen. “Wenn wir offen und neutral in die Gespräche mit erkrankten Menschen hineingehen, haben wir die riesige Chance, Neues und Wichtiges zu erfahren, das unsere Aktivitäten verständlicher und relevanter macht.” Dieses Wissen zu generieren und auch in der Interaktion mit Ärztinnen und Ärzten zu nutzen, kann, so Lipinski, einen Mehrwert für alle Beteiligten schaffen.

Vertrauen aufbauen

Martina Hagspiel, Vorsitzende der Patientenorganisation “Kurvenkratzer-InfluCancer”, setzt in Punkto Patient Relation Management auf langfristige Beziehungsarbeit: “Es braucht einen ausgiebigen Spaziergang, um Vertrauen aufzubauen — und es gilt genau hinzuhören.” Hagspiel, die im Jahr 2010 selbst mit der Diagnose Brustkrebs konfrontiert war, setzt heute mit ihrer Agentur auf digitale Gesundheitskommunikation, die den emotionalen Umgang mit dem Thema Krebs für betroffene Menschen, ihre Angehörigen sowie medizinisches Personal erklärt. Aktuell beschäftigt sie sich mit Patientenorganisationen “im neuen Normal” und beleuchtet das Thema Patient Advocacy in pandemischen Zeiten, in denen verstärkt – und erfolgreich – auf digitale Interaktionen gesetzt wird. Dabei wird ein länderübergreifender Erfahrungsaustausch immer wichtiger: “Wir beobachten, dass Patientinnen und Patienten sich verstärkt im DACH-Raum und darüber hinaus austauschen wollen.”

Verständnis generieren

Für Mag. Nadia Hallwirth, Patient Relations Medical Manager bei Boehringer Ingelheim, steht fest: “Patient Relation Management ist das Zukunftsfeld der pharmazeutischen Industrie. Wir beobachten auf europäischer Ebene eine revolutionäre Entwicklung einer Win-win Situation. Patientinnen und Patienten wollen verstärkt eine aktive Rolle in therapeutischen Entscheidungen einnehmen. Das traditionelle, vom Arzt bzw. der Ärztin geführte Modell, wird in näherer Zukunft überholt. Es ist mehr als wertvoll, aus der Quelle des Patienten-Wissens zu schöpfen und das Feedback erkrankter Menschen ernst zu nehmen.” Hallwirth verfügt über langjährige Erfahrung im internationalen Feld der Patienten-zentrierten Arbeit und verantwortet das Capacity Building eines Patient Engagement Netzwerks in über 10 CEE Ländern.

Für pharmazeutische Unternehmen gilt es zukünftig, die Stimme erkrankter Menschen und deren vertretenden Organisationen noch lauter klingen zu lassen, erlebtes Wissen zu teilen, gut hinzuhören und ein gemeinsames Verständnis zu generieren.

Rückfragehinweis:
Mag. Dren Elezi, MA
PR-Consultant
Welldone Werbung und PR
01/402 13 41-58
presse@pmca.at / www.pmca.at