PMCA Impuls Report / 21.9.2020 / Podcasts im Trend

PMCA Impuls Report / 21.9.2020 / Podcasts im Trend

Das Thema Podcasts boomt und immer mehr Anbieter drängen mit Entertainment, Wissens-, Business- und Gesundheitsangeboten auf den Markt. Der PMCA Impuls im September setzte sich mit Podcasts auseinander und hat dabei Kia Hampel, aus dem Bereich Business Development bei Podstars, Deutschlands führendem Podcast-Company, eingeladen, um zu erklären, warum sie derzeit so im Trend sind und welche Schritte sich für den Marketingbereich ableiten lassen.

„Podcasts sparen Zeit, denn während andere Medien den Nutzerinnen und Nutzern die Zeit nehmen, werden Podcasts oft nebenbei gehört“, so Kia Hampel von Podstars. Der Vorteil ist: Wenn Hörerinnen und Hörer parallel zum Podcast noch andere Aufgaben erledigen, steige dies die Werbewirkung. Hampel erklärt dieses Phänomen wie folgt: „Wenn man mit einer konkreten Aufgabe beschäftigt ist, ist das Gehirn deutlich aufnahmefähiger.“ Doch warum scheinen Podcasts ausgerechnet jetzt zu funktionieren, wo ihre Entstehung knapp zwei Jahrzehnte zurück liegt? Hampel betonte, dass „die meisten Personen nun die technischen Voraussetzungen haben, wie gute Kopfhörer für ein besonderes Sounderlebnis und es mittlerweile kein Problem mehr ist, ein 60-minütiges Podcast zu streamen, da viele Menschen bereits ausreichend Datenvolumen zur Verfügung haben. Ein wichtiger Konsumfaktor ist hier auch „on Demand“, erklärt die Expertin: „Das ist ein technischer Standard an den wir gewöhnt sind – und Podcasts spielen genau da rein.“

Großes Potenzial

Laut Kia Hampel befinden wir uns „an dem Punkt, an dem der Podcast-Trend richtig in Fahrt kommt“, da zahlreiche Unternehmen und Medienhäuser festgestellt haben, was für ein Potenzial in Podcasts vorhanden ist. Im Vergleich zu Social Media Kanäle gebe es auch eine höhere Nutzungsdauer, bekräftigte Hampel die Bedeutung der Podcasts im Medienbereich. „Wenn man es geschafft hat, Podcast-Hörer zu gewinnen, dann verbringen diese meist sehr viel Zeit damit und hören bis zu sechs Episoden in der Woche, bei etwa 7 Abonnements.“ Damit bestätigte sie zahlreiche Studien, wonach den Podcasts eine hohe durchschnittliche Nutzungsdauer attestiert wird. „Wenn man Podcast-Hörer ist, konsumiert man viel und erwartet sich spannenden Content.“

Podcast vermarkten oder selbst erstellen?

Wenn man eine Nutzung von Podcasts für den Marketingbereich in Erwägung zieht, stehen zwei Varianten zur Verfügung: Branded Podcast ist beispielsweise eine Form von Content Marketing, in der Hörerinnen und Hörer Informationen und Unterhaltung angeboten wird, die für Konsumenten interessant sind. Ziel ist, die Zielgruppe mit relevantem Inhalt zu erreichen und Werte der Marke oder Produkte zu verknüpfen. „Über den Host wird eine Art parasoziale Beziehung aufgebaut, sehr förderlich für die Emotionalisierung der Marke und Wertevermittlung.“ Werbung bzw. die Marke stehe dabei aber nicht im Vordergrund. Eine andere Option, die deutlich weniger zeitintensiv und produktionskostengünstig ist, ist laut Hampel die Vermarktbarkeit von Podcasts: „Hier wird kein eigener Podcast erstellt, sondern in Podcasts geworben. Diese Form wird dann relevant, wenn man nicht langfristig plant, sondern einen kurzfristigen Push für das eigene Thema benötigt. So besteht hier die Möglichkeit, mit bereits vorhandenen Reichweiten der Podcasts die eigene Zielgruppe anzusprechen.“ Laut Hampel funktioniere das am besten, wenn Podcaster Werbebotschaften in eigenen Worten einsprechen und der Content miteingebettet wird. „Das sorgt dafür, dass die Werbebotschaft bei Hörerinnen und Hörer ankommt. Sie erkennen die Stimmen der Podcaster und vertrauen dieser Person bzw. hegen Sympathie, womit die Werbebotschaft eine effektive Werbewirkung auf die Hörerinnen und Hörer hat.  Abschließend betonte Hampel, dass es zahlreiche Nischen gebe, die noch nicht besetzt sind „und wo es die Möglichkeit gibt, Lücken zu füllen.“

Über den PMCA

Seit seiner Gründung stellt der Pharma Marketing Club Austria (PMCA) eine Plattform mit dem Schwerpunkt „Marketing im Gesundheitswesen” für Agenturen, Pharmafirmen, Verlage, Dienstleister und andere medizin-orientierte Unternehmen dar. Der PMCA bezeichnet sich selbst als „Netzwerk des Wissens“ und hat es sich zum Ziel gesetzt, Entwicklungen und Trends für den Gesundheitsmarkt aufzuspüren und Impulse zu setzen, aber vor allem die einzelnen Marktteilnehmer miteinander zu vernetzen. Der Pharma Marketing Club Austria wurde 1995 gegründet.