PMCA Impuls Report / 16.11.2020 / Netzwerken im Innovationszeitalter

PMCA Impuls Report / 16.11.2020 / Netzwerken im Innovationszeitalter

Im Gesundheitsbereich haben Netzwerke seit vielen Jahren eine große Bedeutung. Viele Unternehmen in der Pharmabranche befinden sich in einer Transformation in Richtung einer „networked“-Organisation, in der sich Netzwerke im Vergleich zu klassischen Hierarchien vermehrt an Bedeutung gewinnen. Beim PMCA Impuls im November, eröffnet durch den neuen PMCA Präsident Mag. Dietrich Göller, wurde gemeinsam mit Patrick Rammerstorfer, MSc, MBA, CEO & Founder von Pro Active, die Rolle von Netzwerken bzw. ihrer relevanten Effekte auf Innovation, Transformation und Zusammenarbeit diskutiert.

„Im Zeitalter der Komplexität werden jene Unternehmen erfolgreich sein, die sich öffnen und auf kollaborative Netzwerke unterschiedlicher Art einlassen“ betonte Patrick Rammerstorfer, MSc MBA, CEO & Founder von Pro Active. Laut dem Experten, der seit über 20 Jahren im Bereich Beratung, Training und Organisationsentwicklung tätig ist, erleben wir derzeit eine Phase, in der sich technologische Fortschritte massiv beschleunigen und das Leben der Menschen dadurch stark beeinflusst wird. Entwicklungen die laut Rammerstofer bestätigen, dass bestimmte Herausforderungen ohne Kooperation mit anderen Unternehmen und Organisationen nicht bewältig bar sei. Ein Modell, das diesen Wachstumszyklus digitaler Technologien verständlich macht und die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte verdeutlichen kann, ist laut Rammerstorfer das „6 D‘s of Disruption“. Es geht davon aus, dass „alles was digitalisiert werden kann, digital wird und einem exponentiellen Wachstumspfad folgt“, so der Experte. Zu Beginn einer Entwicklung sei das exponentielle Potenzial einer Technologie meist nicht sichtbar und wird dadurch völlig unterschätzt. Wird die Phase der exponentiell wachsenden Technologie erst mal durchdrungen, „kommt das volle Potential zum Vorschein und ändert damit die Spielregeln eines Marktes“ betonte der Experte. „Im digitalen Bereich liegen die Kosten für jede zusätzlich produzierte Einheit quasi bei Null und es benötigt kaum mehr Hardware.“ Wenn diese Technologie nicht mehr an physische Produkte gebunden ist, steht sie potentiell jedem Menschen zur Verfügung.

Erfolgsfaktoren für Innovationsfähigkeit

Laut Rammerstorfer hängt die Innovationsfähigkeit eines Unternehmens stark davon ab, wie mutig sein Management agiert. „In einem mutigen Management trauen sich Mitarbeiter anders zu denken. Dabei ist wichtig, dass Mitarbeiter die Möglichkeit haben, sich mit Ideen und Vorschlägen einzubringen.“ Es brauche auch ein hohes Maß an Engagement und Eigeninitiative der Mitarbeiter. Zudem seien schnelle und kurze Entscheidungswege wichtig, so wie Fehler als Lern-Chance zu sehen. „Sie müssen sich in einem großen Ausmaß mit ihrer Organisationsstruktur und Kultur beschäftigen“, schilderte Rammerstorfer. Es reiche laut dem Experten nämlich nicht aus, sich nur mit Technologien zu beschäftigen, weshalb man sich der Frage stellen müsse, „wie man es schafft, dass nicht das Festhalten und Bewahren, sondern das Streben nach Neuem, den großen Wert einer Organisation definiert“.

Wirklich erfolgreich sei ein Unternehmen wenn Innovationstypen kombiniert werden – erst dann werden Produkte erfolgreich und innovativ. „Hier gilt es zu analysieren, was ist machbar und wo bin ich auf Netzwerke angewiesen.“ Hier spiele das Mindset eine wichtige Rolle: „Lassen sie sich nicht vom Mindset begrenzen. Seien sie stattdessen offen und gehen auf andere Organisationen zu, um mit ihnen zusammenzuarbeiten“ appellierte der CEO & Founder von Pro Active.

Mindset als Erfolgsfaktor

Das Mindset beschreibt Denkweisen, Überzeugungen und Verhaltensmuster beziehungsweise die innere Haltung von Menschen und ist laut Rammerstorfer „für Erfolg eines Unternehmens bzw. Organisation ausschlaggebend. Menschen mit einem ‚growth Mindset‘ sind überzeugt, dass Kompetenzen durch Herausforderungen entstehen und ihre Entwicklung dadurch gefördert werde.“ Rammerstorfer erklärte, dass das Verlassen der Komfortzone die beste Grundvoraussetzung sei, um auch negatives Feedback zu erhalten bzw. sich daraus weiterentwickeln zu können. Deswegen sei für ein „growth Mindset“ ein Netzwerken unverzichtbar. Hingegen seien etwa Personen mit einem „fixed Mindset“ nur dann an Feedback interessiert, wenn sie ihre Fähigkeiten bestätigen. „Sie nutzen Feedback nicht um sich weiterzuentwickeln, da sie kein inneres Modell davon haben, dass der Erfolg von der Lernanstrengung abhängt. Sie vermeiden Herausforderungen, fürchten Versagen, erleben Anstrengungen nicht als zielführend und ignorieren konstruktives Feedback.“ Eine Vernetzung mit anderen Unternehmen und Organisationen rüttelt laut Rammerstorfer an diesem „fixed Mindset“ und sorge dafür, über Unternehmensgrenzen hinweg zu denken. „Erst durch Netzwerke haben sie die Möglichkeit, Best Practice Modelle kennen zu lernen“, betonte Patrick Rammerstorfer abschließend.

Neuer Vorstand im PMCA

Im Rahmen der Generalversammlung vom 9. November 2020 wurde der PMCA Vorstand für die Funktionsperiode 2020-2022 gewählt. Neuer PMCA Präsident ist Mag. Dietrich Göller, Head of Marketing bei Mylan, der in dieser Funktion Mag. (FH) Elisabeth Keil nachfolgt. Der neue Vorstand freut sich auf die kommenden 2 Jahre als Netzwerk des Wissens in einem engen Austausch mit der PMCA Community:

Präsident: Dietrich Göller (Mylan)
Vize-Präsident: Dominik Flener (HealthCareConsulting Group)
Schriftführerin: Erika Sander (Österreichische Gesellschaft vom Goldenen Kreuze)
Kassiert: Hanns Kratzer (Peri Consulting)
Lisa Grossmann (Sanofi)
Claudia Handl (Pfizer)
Michael Kreppel-Friedbichler (Roche)
Reinhard Rosenberger (Healthcare D3)
Peter Wimmer (+W Pharma)

Über den PMCA

Seit seiner Gründung stellt der Pharma Marketing Club Austria (PMCA) eine Plattform mit dem Schwerpunkt „Marketing im Gesundheitswesen” für Agenturen, Pharmafirmen, Verlage, Dienstleister und andere medizin-orientierte Unternehmen dar. Der PMCA bezeichnet sich selbst als „Netzwerk des Wissens“ und hat es sich zum Ziel gesetzt, Entwicklungen und Trends für den Gesundheitsmarkt aufzuspüren und Impulse zu setzen, aber vor allem die einzelnen Marktteilnehmer miteinander zu vernetzen. Der Pharma Marketing Club Austria wurde 1995 gegründet.


Rückfragehinweis:

Mag. Dren Elezi, MA
PR-Consultant
Welldone Werbung und PR
01/402 13 41-58
presse@pmca.at
www.pmca.at