PMCA Impuls Report / 17.9.2018 / Der Patient im Mittelpunkt

PMCA Impuls Report / 17.9.2018 / Der Patient im Mittelpunkt

Wie funktionieren die Entscheidungswege im Spital, wo besteht das Mitspracherecht? Die Mitbestimmung der Patientinnen und Patienten in der Krankheitsbehandlung wird immer wichtiger. Der PMCA-Impuls am 17. September  2018 widmete sich diesem Thema am Beispiel der Brustkrebsbehandlung.

Die zwei Keynote-Speaker zeigten mit ihren Vorträgen aus der Praxis, welche Bedürfnisse die Entscheidungswege im Krankenhaus beeinflussen. Den Vorträgen folgte eine spannende Diskussion unter der Führung von Dr. Michael Kreppel-Friedbichler, Disease Area Strategy Director von Roche Austria und Mitglied des PMCA-Vorstandes.

 „Für Brustkrebspatientinnen gilt, dass eine Individualisierung der Therapie an Hand von erkrankungsspezifischen und patientinnenspezifischen Faktoren erfolgen sollte“, sagte anfangs Prof. Dr. Rupert Bartsch, Facharzt für Hämatologie und Onkologie am AKH Wien/MedUni Wien. „Dies gilt für alle betroffenen Frauen, in besonderem Ausmaß trifft es aber auf ältere Patientinnen zu, deren Anteil in entwickelten Ländern mittlerweile rund 40 % beträgt“, so Bartsch. Dabei kann die Erarbeitung eines Therapievorschlages im Krankenhaus auf unterschiedlichen Wegen erfolgen: „Zum einen kann es sich um eine individuelle Entscheidung handeln, was aber heute generell vermieden werden sollte. Dem steht ein interdisziplinärer Ansatz der Therapieentscheidung gegenüber der sowohl formell – in der Regel im Rahmen eines institutionellen Tumorboards – als auch informell – etwa im Rahmen von Einzelgesprächen zwischen beteiligten Fachärzten – sein kann. Seitens des Gesetzgebers wir zumindest einmalig die Besprechung in einem Tumorboard gefordert, die Ergebnisse dieser Beratung sind aber nicht als absolute Entscheidungen, sondern als evidenzbasierte Empfehlungen zu verstehen“, erklärte Bartsch. Er ist gleichzeitig vom so genannten Shared Decision Making überzeugt, da es dadurch zu einer Verbesserung von Lebens- und Behandlungsqualität kommen kann. „Das Zauberwort in diesem Zusammenhang lautet Empowerment – das Erreichen der Befähigung zur Mitbestimmung. Patientinnen sollen aktiv an der Entscheidungsfindung beteiligt werden und daher ist ein einfacher Zugang zu verlässlicher Informationen für sie von außerordentlicher Bedeutung“, stellte der Onkologe fest.

Einzigartiges Format

Michaela Steinhart stellte die Brustkrebsbehandlung aus der Sicht einer ehemaligen Patientin dar und präsentierte in ihrem Vortrag die Plattform surviva.eu. „Das Portal surviva.eu ist der erste Online-Brustkrebs-Nachsorgekongress für Frauen nach einer Brustkrebstherapie. Ziel ist, Antworten auf Fragen zum Thema Brustkrebs zu finden sowie Hilfestellungen und Lösungsansätze zu bieten“, so Steinhart. „Es ist eine Plattform von Patientinnen für Patientinnen. Surviva ist ein kostenloses Format, an dem Patientinnen mitgestalten können. Diese Plattform bietet ausschließlich vertrauenswürdige Quellen: von Opinion Leadern direkt zu Patientinnen“, betonte Steinhart, die von einem Feedback positiv überrascht war: „In nur drei Wochen bekam Surviva mehr als 650 Teilnehmerinnen. Wir haben laufend Anmeldungen auf das Portal. Der Kongress wird voraussichtlich eins bis zwei Mal im Jahr stattfinden. Unser Ziel ist, im nächsten Jahr rund 10.000 Frauen zu erreichen. Das Potenzial ist dabei groß: rund 600.000 Frauen in Österreich und Deutschland leben mit Brustkrebs und sind von diesem Thema betroffen“, so Michaela Steinhart.

Über PMCA

Seit seiner Gründung stellt der Pharma Marketing Club Austria (PMCA) eine Plattform mit dem Schwerpunkt „Marketing im Gesundheitswesen” für Agenturen, Pharmafirmen, Verlage, Dienstleister und andere medizin-orientierte Unternehmen dar. Der PMCA bezeichnet sich selbst als „Netzwerk des Wissens“ und hat es sich zum Ziel gesetzt, Entwicklungen und Trends für den Gesundheitsmarkt aufzuspüren und Impulse zu setzen, aber vor allem die einzelnen Marktteilnehmer miteinander zu vernetzen. 2015 feierte der Pharma Marketing Club Austria sein 20-jähriges Bestehen.

Bild (v.l.): Prof. Dr. Rupert Bartsch (AKH Wien/MedUni Wien), Michaela Steinhart (surviva.eu), Dr. Michael Kreppel-Friedbichler (Roche Austria). Fotocredit: Katharina Schiffl

 

Rückfragehinweis:

Dr. Nedad Memić
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Welldone Werbung und PR
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